Deutlicher Handlungsbedarf bei Smart Building Management
Eine aktuelle ZHAW-Studie zeigt: Trotz hoher Erwartungen nutzen nur 35 Prozent der Gebäude Smart-Building-Lösungen. Der neu entwickelte SBM Index Real Estate & Facility Management Schweiz 2025 liegt bei 51 von 100 Punkten – ein Signal für Aufholbedarf.

Smart Building Management (SBM) gilt als Schlüssel zur Steigerung von Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Transparenz im Gebäudebetrieb. Eine aktuelle Studie der ZHAW zeigt jedoch: Trotz hoher Erwartungen ist die Umsetzung in der Praxis bislang oft fragmentiert.
Grosses Potenzial wird erkannt
Die Studie basiert auf einer Onlinebefragung von 478 Fach- und Führungskräften aus Real Estate, Facility Management und angrenzenden Funktionen in der Schweiz. 78 Prozent der Befragten sehen ein hohes oder sehr hohes Potenzial von SBM, insbesondere bei der Effizienzsteigerung im Facility Management sowie der Reduktion von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.
«Smart Building Management ist in der Praxis angekommen, aber noch nicht dort, wo es sein könnte», sagt Prof. Dr. Andrea González, Leiterin der Kompetenzgruppe Smart Building Management an der ZHAW. «Viele Organisationen nutzen einzelne digitale Lösungen, ohne diese systematisch zu verknüpfen oder strategisch zu steuern.»
Lücke zwischen Anspruch und Realität
Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Realität: SBM wird derzeit nur in rund 35 Prozent der bekannten Gebäude eingesetzt – häufig punktuell und nicht portfolioübergreifend. Auch der Reifegrad bleibt in vielen Organisationen niedrig: Insellösungen überwiegen, während datengetriebene, integrierte Ansätze die Ausnahme darstellen.
Der neu entwickelte SBM Index Real Estate & Facility Management Schweiz 2025 liegt bei 51 von 100 Punkten: ein klares Signal für Aufholbedarf. Mit dem SBM Index schafft die ZHAW erstmals ein Instrument, das den Umsetzungsstand von Smart Building Management strukturiert und vergleichbar abbildet. Er dient als Orientierungsrahmen für Eigentümer, Betreiber und Facility-Management-Organisationen.
Hohe Investitionskosten als Hemmnis
Als zentrale Hemmnisse nennen die Befragten vor allem hohe Investitionskosten, technische Komplexität sowie die Integration in bestehende Systeme. Zudem wird der Nutzen von Smart-Building-Lösungen häufig nicht systematisch gemessen. «Ohne klare Zielbilder, Messkonzepte und ausreichende Kompetenz bleibt der tatsächliche Mehrwert von Smart Building Management oft unsichtbar», so González.
«Unsere Ergebnisse zeigen deutlich: Je höher der Reifegrad der Umsetzung, desto stärker werden Energieeinsparungen, Effizienzgewinne und regulatorische Ziele auch tatsächlich erreicht», erklärt die Studienleiterin weiter.
Quelle und weitere Informationen: www.zhaw.ch



