Die Zukunft von Industrierobotern liegt im virtuellen Trainingslager

Per Robot Offline Programming können produzierende Unternehmen ihre Industrieroboter virtuell programmieren – passgenau, flexibel und ohne Produktionsstillstand. Ein Anbieter im Bereich Offline-Programmieren zeigt drei Bereiche, in denen die Methode Fertigungsprozesse bereits heute in Sachen Effizienz und Präzision auf ein völlig neues Level bringt.

In virtuellen Umgebungen können Fertigungsunternehmen selbst komplexe Bewegungen realitätsnah simulieren und optimieren. (Bild: Visual Components)

Das Robot Offline Programming (OLP) ist kein neues Konzept, gewinnt aber angesichts steigender Anforderungen in der Fertigung stark an Bedeutung. Der Grund: Kürzere Produktzyklen, komplexe Aufgaben und kollaborative Robotersysteme erfordern flexible, leistungsstarke Lösungen. In virtuellen Umgebungen können Fertigungsunternehmen dafür selbst komplexe Bewegungen realitätsnah simulieren und optimieren. Auf diese Weise sind neue Prozesse und Anpassungen mit kürzerer Rüstzeit und höherer Präzision umsetzbar – ohne Downtime an der Anlage. 

Gleichzeitig legt Robotics OLP den Grundstein für zukünftige Technologien wie das modellbasierte Engineering (MBE), bei dem digitale Produkt- und Prozessmodelle noch enger verzahnt sind. Aber auch heute macht die Methode bereits einen Unterschied aus. Das finnische Unternehmen Visual Components, ein Pionier der 3D-Fertigungssimulation, zeigt drei Bereiche, in denen die Vorteile besonders deutlich werden:

  1. Schweissen – präzise Bahnen mit höchster Qualität
    Schweissarbeiten zählen zu den anspruchsvollsten und gleichzeitig wichtigsten Anwendungsfeldern der Offline-Programmierung von Robotern – vom Lichtbogen- über das Laser- bis hin zum Punktschweissen und anderen Prozessen. Durch präzise geplante Bewegungsmuster lassen sich komplexe Schweissnähte millimetergenau simulieren, optimieren und anschliessend zuverlässig ausführen – ganz ohne Eingriff in den laufenden Betrieb. Mit der richtigen Simulationssoftware stellt die OLP reproduzierbare Qualität sicher, reduziert Nacharbeit und ermöglicht selbst bei komplexen Bauteilen eine automatisierte Fertigung. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern auch die Flexibilität in der Produktion. 
  2. Oberflächenbearbeitung und Schneiden – mehr Kontrolle bei hoher Komplexität
    Schleifen, Strahlen, Polieren, Entgraten oder Schneiden: Diese Prozesse setzen exakte Bewegungsbahnen und konsistente Materialabtragung voraus – Anforderungen, die eine umfassende OLP-Software mit CAD-basierter Genauigkeit erfüllen kann. Während eine manuelle Programmierung nicht nur langwierig und schwer zu reproduzieren ist, kann eine Offline-Programmierung in der virtuellen Umgebung auch komplexe Geometrien vorab bearbeiten und optimieren, bevor der erste Span in der Produktionshalle fällt. Damit sind produzierende Unternehmen in der Lage, etwa Winkel, Druck und Bewegungen so zu justieren, dass wiederholbare, qualitativ hochwertige Ergebnisse bei jedem Teil gewährleistet sind.
  3. Lackierprozesse – Simulation statt Überraschung
    Beim robotergestützten Lackieren spielt OLP seine Stärken besonders im Vorfeld aus: Durch digitale Simulation lässt sich der Lackauftrag im Detail planen – inklusive Schichtdicke, Sprühwinkel und Abstand. Das verbessert nicht nur die Oberflächenqualität, sondern minimiert auch Materialverbrauch und Nacharbeit. Zudem können Lackierroboter schneller auf neue Bauteilgeometrien oder Farbvarianten eingestellt werden – ein echter Booster für die Flexibilität.

«Robot Offline Programming ist heute ein zentraler Schlüssel für Flexibilität in der Produktion», sagt Jarkko Siltamäki, Business Development Director, Robotics bei Visual Components. «Angesichts immer kürzerer Produktzyklen und wechselnder Kundenanforderungen sind roboterunabhängige OLP-Lösungen essenziell, um Prozesse virtuell zu simulieren, zu optimieren und anzupassen – ohne die reale Produktion zu stören. Gerade an der Produktionslinie zeigt sich, wie schnell sich Technologie und Markt heute verändern.»

Quelle und weitere Informationen: Visual Components

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