Warum Unternehmen auf KI-Agenten setzen

Abseits des Hypes etablieren sich KI-Agenten als eigentlicher Motor der digitalen Transformation von Unternehmen. 2025 wird wohl als das Jahr der KI-Agenten in Erinnerung bleiben.

Yvan Cognasse von Oracle erläutert, weshalb KI-Agenten in immer mehr Unternehmen zum Einsatz kommen. (Bild: zVg / Oracle)

Laut Deloitte wird jedes vierte Unternehmen, das bereits generative KI nutzt, KI-Agenten in Pilotprojekten oder Proofs of Concept testen. Bis 2027 dürfte sich diese Zahl verdoppeln. In der Schweiz, insbesondere im Finanzsektor, ist diese Entwicklung bereits in vollem Gange. Doch die Herausforderungen sind real: veraltete Systeme, unzureichende Datenqualität und ein Mangel an Fachkräften bremsen noch immer einige Projekte aus. Die Unternehmen, die erfolgreich sein werden, sind jene, die KI in ihre Strategie integrieren, in moderne Schnittstellen investieren und ihre Teams gezielt weiterbilden. Warum überzeugen KI-Agenten immer mehr Organisationen? Hier die Gründe dafür.

1. Automatisieren, um sich auf Wertschöpfung zu konzentrieren

KI-Agenten führen komplexe Geschäftsprozesse schnell, präzise und konsistent aus. Sie übernehmen repetitive Aufgaben – von der Dokumentenverarbeitung bis hin zu Echtzeitanalysen – und ermöglichen die vollständige Automatisierung bestimmter Workflows. Beispiel: Das Onboarding von Lieferanten oder Logistikpartnern, das früher manuell erfolgte, kann heute vollständig automatisiert werden. Die Agenten analysieren Dokumente, standardisieren sie und generieren innerhalb von Sekunden Anfragen, Rechnungen oder Zahlungsaufträge – bereit zur Freigabe. Das Ergebnis: mehr Zeit für strategische, kreative und zwischenmenschliche Aufgaben. Capgemini schätzt, dass 64 % der Unternehmen genau diesen Effekt anstreben, und BCG prognostiziert bis zu 60 % Produktivitätsgewinn auf lange Sicht.

2. Eine personalisierte Erfahrung für alle Mitarbeitenden bieten

KI-Agenten sind nicht starr: Sie passen sich Rollen, Kontexten und Präferenzen an, um individuelle Unterstützung zu leisten. Einige konkrete Beispiele:

  • Im HR: Ein Agent unterstützt Mitarbeitende nach einer Heirat oder Geburt dabei, ihre Rechte, Vorteile oder persönlichen Daten zu aktualisieren.
  • Im Vertrieb: Ein Agent erstellt dynamische Kundenprofile mit Historie, Stimmung, Vertragsstatus und generiert personalisierte E-Mails, die sofort versendet werden können.
    Das Ergebnis: höhere individuelle Produktivität und ein besseres Mitarbeitererlebnis.

3. Mensch-Maschine-Zusammenarbeit fördern

In Zukunft werden mehrere KI-Agenten miteinander und mit Menschen zusammenarbeiten, um komplexe Probleme zu lösen und gemeinsame Ziele zu erreichen. In einem vernetzten Umfeld (ERP, Kollaborationstools, CRM usw.) ebnet diese intelligente Kooperation den Weg für feinere, kontextbezogene Automatisierung – und mehr Arbeitszufriedenheit. Es ist der Übergang von inkrementellen Verbesserungen zu echten unternehmerischen Transformationen.

4. Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit steigern

Der Einsatz von KI-Agenten heute bedeutet, sich für die Zukunft zu rüsten. Jedes gestartete Projekt stärkt die Innovationskultur, erhöht die digitale Reife und schafft nachhaltigen Wert. Zuwarten heisst vermutlich, den Rückstand gegenüber der Konkurrenz zu vergrössern. Handeln bedeutet, einen Wettbewerbsvorteil auf Basis von Leistung und Agilität zu schaffen.

Fazit: Die Zeit isolierter Experimente ist vorbei. KI-Agenten definieren Arbeit, Prozesse und Zusammenarbeit neu. Unternehmen, die jetzt auf eine strukturierte, ausgereifte und gut gesteuerte KI-Strategie setzen, werden dauerhaft davon profitieren. Jetzt ist der Moment gekommen, den technologischen Schwung in einen echten Business-Hebel zu verwandeln.

 

Zum Autor:
Yvan Cognasse ist Head of Enterprise Architects, Continental Europe, bei Oracle.

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